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Lebensmittel Etikettierungsrichtlinie - Uli - 13.09.2004

Lebensmittel Etikettierungsrichtlinie
( nochmals erwähnt, da für uns Betroffene doch von Wichtigkeit!)

Spiegel 34/2004
Aus für Frischtheken?
Mit dem massiven Abbau von Arbeitsplätzen droht der Einzelhandel für den Fall, dass Verbraucherschutzministerin Renate Künast eine neue Kennzeichnungspflicht für frische Lebensmittel einführt. Nach den Plänen der Ministerin soll der Handel demnächst auch sämtliche Zutaten in Wurst, Käse, Brot und anderen Frischwaren angeben, die an den Bedientheken in Supermärkten verkauft werden. „ Dadurch wären bis zu 100 000 Jobs bedroht,“ glaubt Hubertus Pellengahr vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDH). Sollte die Kennzeichnungspflicht tatsächlich kommen, würden viele Geschäfte ihre Bedientheken wegen der hohen Nebenkosten schließen, so Pellengahr. Dadurch würden nicht nur die Beschäftigten ihre Arbeit verlieren, auch das Angebot für Kunden werde erheblich eingeschränkt. Pellengahr:“ Dann gibt es nur noch abgepackte Plastikware“

..............
FAZ vom 10. 9. 04
"Die Verbraucherzentrale Hessen (VZH) hat sich dafür ausgesprochen,
bei unverpackt angebotenen Lebensmitteln sämtliche Zutaten zu
kennzeichnen. Die VZH unterstützt damit einen Gesetzentwurf der
Bundesregierung. Er geht über die EU-Vorgabe hinaus, die eine
Kennzeichnung nur bei Allergiker-relevanten Stoffen vorschreibt.
Handelsverbände drohten unterdessen damit, die Bedienungstheken in
Supermärkten abzuschaffen. Das könne den Verlust von 100 000
Arbeitsplätzen bedeuten."

....
das ist ein gutes Beispiel, wie die Wirtschaft massiv Druck ausübt
ohne dabei an die Folgen für Betroffene zu denken und Verantwortung zu zeigen.
Da die zu kennzeichnenden Allergene nur einen kleinen Teil der
eigentlichen Allergene ausmachen, wäre eine vollständige
Kennzeichnungspflicht nur zu begrüßen.
Außerdem ist aus der Androhung, 100 000 Arbeitsplätze zu verlieren,
nicht die Ursache erkenntlich – was hat das eine mit dem anderen
zu tun? Vielleicht sogar eher die Schaffung neuer Arbeitsplätze, was man aber aus Kostengründen scheut!
Es ist – bis auf die Anfangsarbeit- kein großer Mehraufwand, einen
Aktenordner mit den z.B. einzelnen Wurstsorten oder Brotsorten und ihren Inhaltsstoffen an den
Theken zu deponieren, so dass Betroffene sich informieren und ihre Auswahl treffen können.

Sehr viel wahrscheinlicher dürfte die Angst der Hersteller sein,
offen legen zu müssen, _was_ sie alles in der Wurst / den Backwaren verarbeiten – hierin
dürfte wohl eher der Grund für diesen Protest zu finden sein!
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Uli