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M E D I Z I N ; Deutsches Ärzteblatt online ; 22.11. 05
Stillen senkt das Risiko von Gluten-Unverträglichkeit
MANCHESTER.
Gestillte Kinder erkranken seltener an einer Zöliakie. Diesen Schluss ziehen britische Forscher aus ihrer Meta-Analyse in den Archives of Disease in Childhood (2005 doi:10.1136/adc.2005.082016).

Die Untersuchung bezog sieben Fall-Kontroll-Studien mit einer Teilnehmerzahl von mehr als 900 erkrankten Kindern und 3 500 gesunden Kontrollen ein. Sechs der sieben Studien kommen nach Auskunft von Anthony Akobeng von der Universitätskinderklinik in Manchester zu dem gleichen Ergebnis: Kinder die nach der Geburt von ihren Müttern gestillt werden, laufen nur halb so häufig Gefahr später eine Gluten-Unverträglichkeit zu entwickeln. Die gepoolte Odds Ratio betrug 0,48 mit einem engen 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,40 bis 0,59, die die statistische Signifikanz des Ergebnisses unterstreicht. Für einen Zusammenhang spricht auch: Je länger die Kinder gestillt wurden, desto geringer war das Risiko.

Die Zöliakie ist die Folge einer Unverträglichkeit auf Klebereiweiße (Gluten). Lange wurde die Erkrankung für selten gehalten. Durch eine verbesserte Diagnose werden heute jedoch viele Erkrankungen erkannt, die früher übersehen worden wären. Die Forscher gehen davon aus, dass bis zu ein Prozent der Bevölkerung eine Gluten-Unverträglichkeit hat, die nach Exposition des intestinalen Immunsystems Gluten zu einem Malabsorptions-Syndrom führt, das von sehr unterschiedlicher Ausprägung sein kann. Es kann zu leichten Durchfällen oder aber zu schweren Entwicklungsstörungen der Kinder kommen.

Die Ursache der Gluten-Unverträglichkeit ist unklar. Neben einer genetischen Prädisposition werden seit einiger Zeit exogene Faktoren vermutet. Die in den Industrieländern und hier vor allem in Großbritannien sehr geringe Bereitschaft junger Mütter, ihre Säuglinge zu stillen, könnte erklären, warum die Erkrankung in diesen Ländern besonders häufig auftritt. Das Stillen könnte verhindern, dass die Kinder in einer frühen für das Immunsystem vulnerablen Phase mit dem allergenen Eiweiß in Berührung kommt. Die Muttermilch könnte auch Faktoren enthalten, die vor einer überschießenden Immunreaktion schützen. Letztlich sind jedoch weder Pathogenese noch Ätiologie der Erkrankung geklärt. /rme
Links zum Thema
Abstract der Studie in den Archives of Disease in Childhood
http://adc.bmjjournals.com/cgi/content/a...5.082016v1
Booth Hall and Royal Manchester Children's Hospital
http://www.cmht.nwest.nhs.uk/hospitals/childrens/


Wobei die Industrie aber auch alles dransetzt, Mütter von den "Vorteilen" der Flaschennahrung zu überzeugen.....
Uli